Sonntag, 18. Dezember 2022

Dänemark Winter 2022

Immer dann, wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden, kommt das Leben dazwischen. Die letzten Wochen und Monate, die ich erlebt habe, wünsche ich niemandem. Mein bisheriges Leben zerbrach gefühlt binnen wenigen Minuten, glücklicherweise kann ich nun sagen, dass ich das ganze vorerst überlebt habe, wie die Prognose auf lange Sicht ist, werden wir aber noch alle sehen.

Nach vielen Tagen und Wochen, in denen mein Körper kaum etwas anderes konnte als herumliegen, selbst ein Minispaziergang von 300m überforderte meine winzigen Kraftreserven maßlos. Mitte November riet mir meine Ärztin dann, dass ich jetzt endlich mal rauskommen sollte, um wieder neuen Lebensmut zu finden. Auch wollte ich schon länger wieder zu Kräften kommen und so entschied ich mich kurzerhand einen Tapetenwechsel vorzunehmen und fuhr für eine extralange Zeit nach Dänemark. An meinen Seelenort.

Als Kind bin ich mit meiner Familie mal über Weihnachten dort gewesen. In der Stadt Tønder sah ich durch ein Schaufenster einen ganzen Geschäftsraum mit ganz vielen Christbaumkugeln. Ich sah in ein Weihnachtsparadies. Dort das Geschäft hatte schon geschlossen. Seitdem wünschte ich, ich könnte noch einmal in der Weihnachtszeit dort hinfahren. Doch jobmäßig hatte ich nie die Gelegenheit rechtzeitig dort zu sein. Und so war ich voller Vorfreude und plante erst einen Abstecher in den Norden Dänemarks und anschließend an meinen Seelenort zu fahren, doch diesen Plan verwarf ich wieder, da mein Immunsystem einfach zu zerstört war und ich im Notfall nicht zu weit von der Grenze entfernt sein wollte, um mich im selbigen in ein deutsches Krankenhaus begeben zu können. Nun denn, so buchte ich drei Wochen Auszeit im Seelenort. Seit gut 20 Jahren war ich nicht mehr drei Wochen im Urlaub.

Letzten Endes stellte sich heraus, dass die Julebyen Tønder nicht das ist, was ich vermutet hatte, aber die Gamle Apothek verwandelt sich passend zur Jahreszeit in ein Weihnachtsparadies. Zugegeben, ich war dort reichlich überfordert und hatte ein wenig das Gefühl, dass ich kleine Weihnachtssternchen in den Augen hatte, aber es war toll! So toll! Nur Fotos habe ich davon leider nicht.

Und allgemein hatte ich gar nicht so wirklich die Zeit mit der Kamera loszuziehen, da unsere zwei Hunde nicht dafür gemacht sind von nur einer Person geführt zu werden. Und mit diesem kleinen Energiebündel an der Leine kann ich einfach nicht fotografieren.

Aber seit langer Zeit verspürte ich endlich wieder die Lust mir die Kamera zu schnappen und durch die Natur zu ziehen. Bei meiner ersten Fototour wurden es dann ein paar Pflanzen-Makros. Ich bin immer noch vollkommen fasziniert von Makro-Aufnahmen.




Meistens habe ich von einem Motiv mehrere Fotos gemacht. Und auch wenn die Fotos sich logischerweise ähneln, haben sie mich beim Durchschauen oft doch auf ganz unterschiedliche Weise angesprochen. Wie bei den unteren beiden. Beim oberen gefällt mir, dass die Nadeln der Tanne so schön unscharf die Spitze einrahmen. Beim unteren fasziniert mich der Fokus auf die Spitze. Und so konnte ich mich, wie so oft, nicht für eines der beiden entscheiden.


Makro-Aufnahmen faszinieren mich vor allem wegen der unterschiedliche Schärfestufen. So wie bei dem Tannenzapfen.



Hier habe ich diese verblühte Schönheit in verschiedenen Stufen der Nähe fotografiert. Auch hier fasziniert mich jedes Bild auf seine eigene Weise.





Bei den nächsten Fotos habe ich den Bildauschnitt beim Fotografieren verändert und auch diese zwei Bilder wirken auf mich, trotz des gleichen Motivs, ganz anders.



Wie eigentlich jedes Mal wünsche ich mir einen schönen Sonnenuntergang, doch in der ersten Woche war es einfach immer bedeckt. Doch in der zweiten Woche gab es dann endlich einen schönen Sonnenuntergang. Und so brauchen wir vier auf zum Strand. Und das war auch die einzige Möglichkeit die zwei Hunde mal zu fotografieren. Allerdings war es superkalt, sodass unser Shooting recht kurz ausfiel.

Ich will ins Meer!


Oh, da hinten ist ja noch ein Hund! - Sie können auch mal einträchtig nebeneinander stehen.

Kurzer Schwenk zu untergehenden Sonne.

Können wir jetzt endlich spielen?

Es ist kalt, kommst du endlich?

Zurück zur untergehenden Sonne. Auch hier sind sich die Fotos sehr ähnlich und doch so unterschiedlich.










Wer genau hinsieht, kann hier den Schein des Leuchtturms von List sehen.

Schon einige Nächte zuvor schien der zunehmende Mond ins Haus herein und so kam ich nicht drum herum morgens gegen 5 Uhr aus dem Haus zu gehen, um den Vollmond zu fotografieren. Leider habe ich dafür nicht das richtige Objektiv, die sind einfach so verdammt teuer. Aber ich liebe meine Kamera trotzdem. Während des Fotografieren bemerkte ich auch einen weiteren kleinen Lichtpunkt rechts unterhalb des Mondes und schämte mich schon ein wenig vor mir selbst, dass ich keine Ahnung hatte was das war. Das Internet half mir und verriet mir, dass es sich dabei um den Mars handelte. Wahnsinn! Wer ganz genau hinsieht, kann den kleinen hellen Punkt rechts am unteren Ende des Mondes sehen.

Und, völlig verrückt, es hatte über Nacht geschneit! Ich liebe den Schnee. Das Geräusch beim Laufen. Die tollen Formen in der Natur. So zog ich an diesem Vormittag nochmal mit der Kamera los. Allerdings hatte ich das falsche Objektiv aufgesetzt, sodass erstmal keine richtigen Makros drin waren. Doch das bemerkte ich viel zu spät. Außerdem war es neblig, mal mehr, mal weniger. Und ich fragte mich, wie sieht es wohl vorne am Meer aus? Aber erstmal musste ich über die Straße gehen.




Gegenlicht bei Nebel - wahnsinnig interessante Aufnahmen entstanden!





notdürftige Nahaufnahmen




Es zog mich also zum Strand. Trotz des Nebels. Glücklicherweise gibt es auch bei Schnee und Nebel Menschen, die mit dem Auto auf den Strand fahren und so wagte ich die Reise ins Unbekannte, denn ich sah nicht viel außer weißen Wänden in alle Himmelsrichtungen. Ich musste ja aber nur den Spuren des Autos folgen.

Strand

Am Meer selbst gab es dann einen breiten Streifen, auf dem kein Schnee lag. Vermutlich ging das Wasser bei Flut so hoch, sodass dort kein Schnee liegen bleiben konnte.

Strand oder Berge?


Um die ungefähre Schneehöhe zu erkennen...

Nochmal die gleiche Bushaltestelle, nur ohne Nebel.

Jetzt endlich war ich nach meinem ersten Rundgang wieder am Haus und habe das Objektiv gewechselt. So begab ich mich nochmal mit dem Makro-Objektiv auf einen Rundgang.


Erst Schnee, dann begann er in der Sonne zu schmelzen und fror dann doch wieder ein.

Ich bemerkte, dass hier der Schnee immer noch taute und versuchte den herabfallenden Tropfen zu erwischen.


Ein sich lösender Tropfen...


Ein weiterer Versuch den Tropfen "festzuhalten"...

Eis- bzw. Schneekristalle bilden tolle Formen und Figuren.
















Wenn hier mal nicht eines der vielen Wildtiere unterwegs war.

















Neuer Eiszapfen, neuer Versuch!


















Erst beim Durchschauen der Fotos erinnerte mich dieser kleine Zweig irgendwie an Rudolph. ;-)












 

Das war's für diese Auszeit, wobei es diesmal viel zu viele Fotos geworden sind. Bitte verzeiht mir! Aber mich hat die Leidenschaft wieder gepackt und ich freue mich auf viele weitere Stunden mit meiner Kamera! Viel zu lange hatte ich viel zu viel Stress, um dieser Leidenschaft auch außerhalb eines Urlaubs nachzugehen. Aber ich möchte ihm jetzt wieder öfter nachgehen.

Ich hoffe, die Fotos haben euch ein wenig gefallen und euch auch einfach mal so eine kleine Auszeit aus dem Alltagstrott beschert, denn es ist so wichtig neben all der Arbeit auch mal auszubrechen und etwas für die Seele zu tun!

Nun wünsche ich euch einen schönen 4. Advent, eine hoffentlich ruhige Woche bis Heiligabend und eine ruhige, fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit! Und natürlich einen guten Start in ein hoffentlich gesundes neues Jahr!

1 Kommentar:

  1. Grandiose Bilder Sabine! Ich freue mich schon auf unseren nächsten Kalender! 🤩😍

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